Hodentumor und Peniskarzinom

    Testikuläre Keimzelltumoren gehören mit ca. 4000 Neuerkrankungen / Jahr in Deutschland zu den seltenen Tumoren, stellen aber die häufigsten malignen Tumoren junger Männer im Alter von 17 - 45 dar. Ihre Inzidenz steigt, insbesondere in Industrieländern, stetig an. Alle Typ-II-Keimzelltumoren, zu denen die Seminome und die Nicht-Seminome gehören, entwickeln sich aus einer gemeinsamen Vorläuferläsion, dem GCNIS („germ cell neoplasia in situ“), welches wiederum aus einer entarteten (primordialen) Keimzelle entstehen soll. Keimzelltumoren können auch im frühkindlichen Alter entstehen (Typ-I-Keimzelltumoren), deren Pathogenese beinhaltet allerdings keinen GCNIS-Zwischenschritt.

    Keimzelltumoren des Hodens sind, auch im metastasierten Stadium, durch eine multizyklische Chemotherapie sehr gut therapierbar. Daher fokussiert sich die Forschung in diesem Bereich vor allem auf eine Reduktion der Therapie unter Erhalt der hohen Heilungsraten, mit dem Ziel Nebenwirkungen zu reduzieren. Gerade in frühen Tumorstadien ist die Frage nach nicht sichtbaren Mikrometastasen aktuell im Fokus.
    Trotz der guten Heilungsraten kann diese Tumorerkrankung aufgrund einer ausgeprägten Metastasierung oder Entwicklung einer Resistenz gegenüber der Chemotherapie immer noch eine tödliche Bedrohung, darstellen. Daher ist die Erforschung der Metastasierungs- und Resistenzmechanismen sowie neuer Diagnose- und Therapiekonzepte ein Schwerpunkt der aktuellen Forschung. Neben prospektiven und retrospektiven Studien, kommen auch molekularbiologische und (epi)genetische Methoden zur Anwendung, mit dem Ziel, die Grundlagenforschung zur Pathogenese dieser Tumoren mit der klinischen Anwendung zu verbinden.

    Kooperationen, Projekte, Kongressbeteiligungen

    Die Arbeitsgruppe Hodentumoren- und Peniskarzinom hat eine App für Android und iOS entwickelt. Diese ermöglicht zuverlässig das schnelle und leitliniengerechte Nachschlagen von Informationen in Bezug auf das Staging und die Therapieempfehlung. Die App findet sich im jeweiligen Store unter dem Suchwort „GeSRU Hodentumor-App“.

    Parallel dazu wird eine einheitliche multizentrische Datenbank aufgebaut, aus der klinische Fragestellungen abgeleitet und beantwortet werden.

    Des Weiteren werden immer wieder molekularbiologische und klinische Forschungsprojekte geplant und durchgeführt, die das Ziel haben die Tumorgenese der Keimzelltumoren zu verstehen sowie die Diagnose und Therapie zu verbessern.

    Ziel der Arbeitsgruppe ist es, durch die Vernetzung mehrerer Kliniken und Forschungsinteressierter  relevante wissenschaftliche Fragestellungen durch klinische und molekularbiologische Forschung zu beantworten.

    Die Arbeitsgruppe beschäftigt sich auch mit Fragestellungen zum Peniskarzinom. Forschungsinteressierte sind herzlich willkommen und werden bei der Umsetzung von Projekten durch die Gruppe unterstützt.  


    FG-LEITER

    PD Dr. Christian Ruf

    Oberarzt

    Bundeswehrzentralkrankenhaus Koblenz


    stellv. FG-LEITER

    PD Dr. Daniel Nettersheim

    Institut für Pathologie, Abteilung Entwicklungspathologie

    Universitätsklinikum Bonn


    Maximilian Brandt

    Assistenzarzt

    Universitätsklinik Mainz


    Dr. Desireé Dräger

    Assistenzärztin

    Universitätsklinikum Rostock


    Dr. Tim Nestler

    Assistenzarzt

    Bundeswehrkrankenhaus Koblenz


    Dr. Pia Paffenholz

    Assistenzärztin

    Universitätsklinikum Köln


    Dr. Maria Schubert

    Assistenzärztin

    Universitätsklinikum Münster


    Dr. Isabella Syring

    Assistenzärztin

    Universitätsklinikum Bonn


    Friedemann Zengerling

    Facharzt

    Universitätsklinikum Ulm


    Jonas Herrmann

    Assistenzarzt

    Theresienkrankenhaus Mannheim


    Simone Ernst

    Assistenzärztin

    Universitätsklinikum Homburg


    Dr. Matthäus Majewski

     

    Institut für Radiobiologie der Bundeswehr München


    Dr. Marieke Krimphove

    Assistenzärztin

    Universitätsklinikum Frankfurt